Zisterne

Wasser ist ein Problem hier, haben sie gesagt. Das Wasser aus der Leitung kannst du nicht trinken, haben sie gesagt. Das ist keine Terrasse, das ist ein Wasserspeicher, haben sie gesagt. Wasser, Wasser, Wasser!

Die „cisterna acqua“ sieht man in Bergdörfern vermehrt auf Dächern stehen – kein sehr schöner Anblick; angeblich sind immernoch besonders alte Exemplare im Umlauf, in denen Asbest verbaut wurde. Je nach Gemeinde wird für jeden Haushalt monatlich ein bestimmter Umfang an Wasser über Leitungen in die hauseigene Zisterne gepumpt. Ländliche Regionen sind in der Regel nicht ans Wassersystem angeschlossen. Hier liegen die Zisternen unterirdisch und sammeln das Regenwasser der Wintermonate. Ist dieses im Sommer aufgebraucht, rückt ein LKW an, um die Zisterne aufzufüllen; das kann mitunter teuer werden! Nur wer sehr glücklich ist, verfügt über einen hauseigenen Brunnen. Endlos ist das Wasser für diese Glückspilze aber auch nicht verfügbar: Dank Siziliens extremer Sommerdürre versickert der Großteil des Wassers ungenutzt im Boden.

Bereits 2002 berichtete der Tagesspiegel über die löchrigen Wasserleitungen Siziliens, die kontinuierlich steigenden Wasserpreise und die verdurstenden Kühe der contadini. 2015 war die Stadt Messina sechs Tage ohne Wasser! Als 2017 mal wieder ein besonders extremer Sommer nahte, gingen die Menschen erneut auf die Straße , um gegen die Wasser-Mafia zu protestieren, die Wasser abzapft und überteuert verkauft. Mittlerweile scheint sich die Situation langsam zu bessern: Palermos Wasserleitungen wurden bereits erneuert.

Mir bangt es jetzt schon vor dem Sommer: Wird die Dusche jeden Tag anspringen? Wie sind eure Erfahrungen mit der Wasserversorgung auf Sizilien?

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